Verschneite Berglandschaft mit Marterl
Zauberhafte Landschaften wie hier oberhalb von Schleching findet man in den Bergsteigerdörfern zu jeder Jahreszeit. Foto: Richard Scheuerecker
Oberbayerns Bergsteigerdörfer

Bergurlaub zwischen Tegernsee und Königssee

Leonhardstein, Kampenwand, Geigelstein, Watzmann – niedrige und höhere, unbekanntere und bekanntere Gipfel gibt es im Süden Deutschlands genug. Erleben kann man sie – und vieles mehr – bei einem Urlaub in den deutschen Bergsteigerdörfern.

Angefangen im Jahr 2015 mit Ramsau bei Berchtesgaden, sind mit Sachrang und Schleching im Chiemgau sowie Kreuth zwischen Tegernsee und Achenpass bis heute zwei weitere in Deutschland hinzugekommen – das Konzept der Bergsteigerdörfer ist jedoch weitaus größer: Insgesamt vierzig (Stand: 11/2024) gibt es mittlerweile über den ganzen Alpenbogen verteilt. Vom Namen „Bergsteigerdorf“ sollte man sich dabei nicht in die Irre führen lassen – Kenntnisse im klassischen Bergsteigen oder Alpinklettern braucht es für den Aufenthalt in den Orten nämlich nicht zwingend. Vielmehr steckt in der ganz eigenen Bergsteigerdörfer-Philosophie eine Mischung aus unverfälschter alpiner Landschaft und Natur, gelebten Traditionen, hochwertigen und regionalen Produkten, Attraktivität für den Bergsport und einer Bevölkerung, die genau diese Werte lebt und unterstützt. Und so findet man hier Dorfläden mit vor Ort hergestelltem Käse und Milch statt großer Supermarktketten, vielfältige Skitourenmöglichkeiten statt Rummel am Lift, Tradition und Brauchtum statt schneller, weiter, höher. Perfekt also, um runterzukommen, mal auf die Pausetaste zu drücken und sich auf das wirklich Wichtige zu besinnen.

Blumenpracht am Geigelstein. Foto: Touristik-Information Schleching

Zum Beispiel auf die artenreiche Flora, die dem Geigelstein zwischen Sachrang und Schleching zu seinem Beinamen „Blumenberg“ verholfen hat. Oder auf die Wanderung zur Tegernseer Hütte, die oberhalb von Kreuth wie ein Adlernest zwischen Ross- und Buchstein thront. Oder auf den Genuss, den die vielen traditionell bewirtschafteten Almen rund um Ramsau im Berchtesgadener Land versprechen. Oder, oder, oder …

Für ihre Lage ist die Tegernseer Hütte berühmt. Foto: DAV/Carolin Machl

Natürlich geht es auch ums Bergsteigen. Und deswegen ist ein weiteres Kriterium für die Bergsteigerdörfer: Der Höhenunterschied zum höchsten Gipfel im Umkreis muss mindestens tausend Meter betragen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es zahlreiche. Bergsteigerdorf-Partnerbetriebe sind mit frühen Frühstückszeiten, Tourentipps, manchmal auch Leihausrüstung und vielem mehr speziell auf die Bedürfnisse eines Bergurlaubs ausgerichtet. Und: Alpenvereinsmitglieder bekommen zehn Prozent Ermäßigung auf das Standardangebot.

Wer mal eine Nacht in der Höhe verbringen möchte, ist auf einer der Alpenvereinshütten gut aufgehoben.

Auch kulinarisch kann man sich dort und bei den Bergsteigerdorf-Partnerbetrieben verwöhnen lassen. Die Gemeinden setzen sich für eine Verbesserung des öffentlichen Personenverkehrs ein und so sind alle Bergsteigerdörfer auch ohne eigenes Auto erreichbar. Kreuth zum Beispiel von Norden mit Bahn & Bus via Holzkirchen und Tegernsee, Schleching über Prien oder Übersee, und nach Sachrang reist man am besten über Bernau im Chiemgau an. Nach Ramsau dauert es etwas länger über Freilassing und Berchtesgaden, dafür lässt sich aus dem Zugfenster die wunderschöne Voralpenlandschaft genießen.

Nun widmen wir uns ganz der Entschleunigung, wandern auf Spuren großer alpinistischer Persönlichkeiten, begeben uns auf die Suche nach dem würzigsten Almkäse und bewundern blühende Bergwiesen.

Highlights auf einen Blick

Die Bergsteigerdörfer bieten alle ein breites Spektrum an Möglichkeiten für den Bergurlaub. Kurz und knapp, dafür nicht erschöpfend, finden sich hier ein paar Höhepunkte der einzelnen Regionen.

Klettern, Genuss, Wandern & Familienausflüge in Kreuth

  • Roß- und Buchstein bieten Sportkletterrouten und gut abgesicherte Mehrseillängen in kompaktem Kalk. Am Wahrzeichen Kreuths, dem markanten Leonhardstein, finden Kletterfans gemäßigtere südseitige und perfekt eingebohrte Mehrseillängen.

  • Um die Verantwortung für die regional erzeugte Milch wieder selbst in die Hand zu nehmen, wurde 2007 die genossenschaftliche Naturkäserei Tegernseer Land gegründet. Seit fast zweihundert Jahren gibt es die Herzogliche Fischzucht in Kreuth: Saibling und Forelle werden hier noch von Hand geräuchert.

  • Ein lohnendes Ziel ist die Tegernseer Hütte mit ihrer spektakulären Lage zwischen Roß- und Buchstein. Die Überschreitung des Blaubergkamms mit Halserspitze (1862 m) ist nicht zu unterschätzen, aber jeden Schritt wert.

  • Für bikebegeisterte Kids ist der Hirschi-Trail das perfekte Übungsgelände. Und das „Naturschauspiel Kreuth“ ist ein Erlebnisweg mit Wasser- und Kletterspielplatz im Landschaftsschutzgebiet der Weißachauen.

Wandern, Museumsbesuch, Biken & Sportklettern in Sachrang/Schleching

  • Verbindendes Element der beiden Bergsteigerdörfer ist der Geigelstein, den man auf aussichtsreichen Wanderungen – zum Beispiel auf einem der Freundschaftswege „Gipfel“ oder „Tradition“ erkunden kann.

  • Durch seine umfangreiche Bildung soll er zeit seines Lebens (1766-1843) zu einem neuen, fortschrittlichen Bayern beigetragen haben. Heute ist dem Organisten, Chorleiter, Komponisten und Laienarzt Müllner Peter sogar ein Museum gewidmet.

  • Konditionsstarke MTB-Fans kommen vermutlich auf der „MTB 23 Geigelstein Umrundung“ auf ihre Kosten. Sie verbindet die beiden Bergsteigerdörfer und lädt immer wieder zu Einkehr- oder Badepausen ein.

  • Schleching hat zwei spannende Kletterspots zu bieten: die Zellerwand und den Klobenstein. In Sachrang ist die Spitzstein-Ostwand dank vieler Neuerschließungen zu einem der besten Sportklettergebiete der Bayerischen Voralpen geworden.

Bergsteigen, Kultur, Skitouren und wilde Landschaften in Ramsau

  • Die Watzmann-Überschreitung ist hier der Tourenklassiker. Die Gegend rund um die Blaueishütte ist wiederum als Top-Alpinklettergebiet (und Bouldergebiet) bekannt.

  • Im Nationalpark Berchtesgaden befindet sich der wohl wildeste Teil der Bayerischen Alpen. Aber auch die Almwirtschaft hat hier eine lange Tradition und prägt das Landschaftsbild.

  • In Ramsau kann man in Alpingeschichte eintauchen: Eine Gedenkplatte auf dem alten Friedhof erinnert an den legendären Bergsteiger Hermann Buhl. Auch das Grab und Denkmal des bekannten Ramsauer Bergsteigers Johann Grill, genannt Kederbacher, ist hier zu finden.

  • In Ramsau gibt es eine Fülle von Skitouren in allen Schwierigkeiten für den Hochwinter bis zu attraktiven Frühjahrstouren.

Bergnatur: Von Almwirtschaft und Naturschutz

Wo Zivilisation und wilde Bergwelt aufeinandertreffen, ist die Landschaft bis in Lagen von rund zweitausend Metern oft von Almwirtschaft (allgäuerisch: Alpwirtschaft) geprägt. Wer in den Bergen unterwegs ist, freut sich meist über den Anblick einer bewirtschafteten Almhütte, verspricht sie doch ein kühles Getränk und oft auch eine leckere Brotzeit.

Doch wie wirken sich die rund 1400 bayerischen Almen mit ihren Kühen, Schafen und Pferden auf diese wilde Ursprünglichkeit aus, die wir doch eigentlich in den Bergen suchen?

Tatsächlich tragen Almen je nach Lage und abhängig von der Bewirtschaftungsform zum Erhalt von Biodiversität und Artenreichtum bei. Der Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Flächen führt zu einer großen Vielfalt von unterschiedlichen Lebensräumen – und dadurch letztlich auch zu einer hohen Artenvielfalt. Zusätzlich werden mit der Produktion von Milch, Käse und Fleisch regionale Kreisläufe gefördert. Rund um Ramsau wurden die dort als „Kaser“ (von lateinisch casa) bezeichneten Almen wohl sogar schon in vorchristlicher Zeit bewirtschaftet. Nicht nur mit der Beweidung greift der Mensch in die Natur der Alpen ein: Zur Förderung des Tourismus sollte in den 1960er Jahren eine Seilbahn auf den Watzmann gebaut werden, im gleichen Jahrzehnt sollte der Geigelstein ein Skigebiet bekommen. Dank der Ausweisung als Nationalpark gilt die Gegend rund um den Watzmann heute als eine der wildesten der Bayerischen Alpen.

Winterzauber im Ramsauer Klausbachtal. Foto: Marika Hildebrandt

Auch dass man den Geigelstein zwischen Sachrang und Schleching noch in weitgehend unberührter Form erleben kann, verdanken wir Naturschutzbestrebungen: Der Alpenplan, der den bayerischen Alpenraum in drei Zonen aufteilt (in der Ruhezone sind Erschließungen wie Seilbahnen, Pisten oder öffentliche Straßen verboten), verhinderte 1991 den Seilbahnbau. Aufgrund seiner Flora und Fauna ist auch das Areal der Weißachauen bei Kreuth bereits seit 1953 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Und nicht nur der Wassererlebnisweg des Naturparks ist einen Besuch wert.

Auf Entdeckungsreise

Tierwelt

Der Nationalpark Berchtesgaden ist seit einigen Jahren besonders bekannt für die Auswilderung von Bartgeiern. Auch sonst ist dort mit etwas Glück alles zu beobachten, was in den Alpen Rang und Namen hat: Von Gams über Murmeltier und Steinadler bis zum König der Alpen, dem Steinbock, aber auch seltene Arten wie Auer- und Haselhuhn oder der bunt schillernde Eisvogel leben hier.

Flora

Frauenschuh, Brand-Knabenkraut und die Kugelige Teufelskralle findet man selten, am Geigelstein wachsen sie jedoch noch. Auf dem Themenweg „Waldapotheke“ erfährt man alles über Bäume und Sträucher in ihrer biologischen Vielfalt sowie deren Heilwirkung.

Geologie

Zahlreiche Versteinerungen in den Wänden der Wimbachklamm bei Ramsau zeugen davon, dass hier einst ein Meer bestanden haben muss. Auf nur zweihundert Metern durchwandert man viele Millionen Jahre Erdgeschichte – neben der Schönheit der Klamm ein guter Grund für einen Besuch.

Beeindruckend: Einen Besuch der Wimbachklamm sollte man bei einem Urlaub in Ramsau unbedingt einplanen. Foto: Georg Grainer Fotografie

Bergkultur: Von Genuss und Traditionen

Kultur, Tradition und Genuss werden in den Bergsteigerdörfern großgeschrieben. Die Dorfgemeinschaften halten alte Bräuche am Leben, nutzen Festtage, um zusammenzukommen, schwören auf die Verarbeitung und den Genuss nachhaltiger und regionaler Lebensmittel. Bei einem Urlaub in der Region kann man hautnah dabei sein.

Tradition: Leonhardifahrt und Almabtriebe

Zum Beispiel bei der ältesten Leonhardifahrt Bayerns: Für den Umzug, der seit bald sechshundert Jahren immer am 6. November in Kreuth stattfindet, werden Rösser und Wagen reich verziert, die Einheimischen holen ihre beste Tracht aus dem Schrank. Mit der Leonhardifahrt wird dem Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, insbesondere der Pferde, gedacht, im Anschluss werden diese gesegnet. Im Bergsteigerdorf-Duo hat die Musik eine lange Tradition: In Schleching gibt die über fünfzigköpfige Musikkapelle, in Sachrang das Musik Forum regelmäßig Konzerte. Tierisch wird es vor allem im Herbst auch in Ramsau: Beim Almabtrieb wird das geschmückte Vieh von der Salet- und der Fischunkelalm in Booten über den Königssee transportiert.

Genuss: Tegernseer Käse und Berchtesgadener Salz

Wer Käse mag, wird Kreuth lieben. Die knapp zwanzig Käsesorten der Naturkäserei Tegernsee werden mit tagesfrischer Heumilch von den Nachbarhöfen (bei maximal fünfzehn Kilometern Entfernung darf man das so nennen) hergestellt – bei einer Führung durch die Schaukäserei kann man sich davon selbst überzeugen.

Genuss wird großgeschrieben in der Naturkäserei in Kreuth. Foto: Tegernseer Tal Tourismus GmbH/Christoph Schempershofe

Regionale Produkte aus Vieh- und Milchwirtschaft haben auch im knapp siebzig Kilometer weiter östlich gelegenen Chiemgau schon immer einen hohen Stellenwert. So gibt es heute in Sachrang und in Schleching wieder Dorfläden, die neben Wurst und Käse auch Eier, Honig, Marmeladen, Säfte, Liköre und Eingemachtes aus den umliegenden Dörfern verkaufen. Die Berchtesgadener Alpen sind reich an Salz. Bereits früh im 19. Jahrhundert transportierte eine 29 Kilometer lange Soleleitung das salzhaltige Wasser vom Salzbergwerk Berchtesgaden über Ramsau bis zur Saline in Reichenhall. Heute kann man entlang der Trasse wandern und sich über die Geschichte des weißen Goldes informieren.

Alpingeschichte hautnah: bekannte Bergsteiger

Den Spuren gleich zwei bekannter Bergsteiger kann man in Ramsau folgen. Die Watzmann-Ostwand, die höchste Felswand der Ostalpen, hat Johann Grill, genannt „Kederbacher“, bereits 1881 als Erster durchstiegen. Der Kederbacher war nicht nur eines der ersten Mitglieder des Deutschen Alpenvereins, sondern auch erster autorisierter Bergführer Deutschlands. Wer es nicht gleich mit der Ostwand aufnehmen möchte (mit ihren rund 2500 Metern Kletterlänge und der schwierigen Wegfindung erfahrenen Alpinist*innen vorenthalten), kann in Ramsau das Grab und ein Denkmal des bekannten Bergsteigers besuchen. Der Wahl-Ramsauer Hermann Buhl erlangte besonders durch seine Erstbesteigung zweier Achttausender (Nanga Parbat, Broad Peak) im Himalaya Berühmtheit – ähnlich weit entfernt von der Heimat an der Chogolisa im Karakorum verliert sich seine Spur im Jahr 1957. Eine Gedenkplatte auf dem alten Friedhof in Ramsau erinnert an ihn.

Einer der berühmtesten Persönlichkeiten Ramsaus, dem Bergführer Johann Grill, genannt der Kederbacher, wird mit einem Denkmal gedacht. Foto: Georg Grainer Fotografie

Bergsport: Von gemütlich bis ambitioniert

Man muss keine alpinistischen Ambitionen haben für einen Urlaub in den Bergsteigerdörfern. Dennoch machen sie ihrem Namen alle Ehre und bieten eine breite Palette an nachhaltigen Bergsportmöglichkeiten. In Kreuth mit seinem breiten Tal zwischen Tegernsee und Achenpass ist mit Blumenwiesen und Flussauen, sanften Berghängen, spektakulären Felswänden und anspruchsvollen Gipfeln für jeden Geschmack etwas dabei. Sachrang und Schleching liegen eingebettet in die Chiemgauer Alpen direkt an der Grenze zu Tirol. Der Geigelstein trennt und verbindet die beiden Orte gleichermaßen und ist ein beliebtes Wandergebiet. Das Bergsteigerdorf Ramsau ist dank des berühmten Watzmannmassivs besonders für seine alpinistischeren Tourenziele bekannt. Der höchste Gipfel, die Watzmann-Mittelspitze, ragt 2713 Meter über dem Königssee in die Höhe – seine Ostwand ist die längste durchgehende Wand der Ostalpen.

Alpine Kenntnisse braucht es bei der Watzmann-Überschreitung unbedingt. Foto: Hans Herbig Photography

Die schönsten Ziele rund um die Bergsteigerdörfer

Gipfel

Kreuth: Halserspitz (1862 m), Leonhardstein (1452 m), Risserkogel (1826 m), Setzberg (1706 m), Hirschberg (1668 m), Ross- und Buchstein (1698 m/1701 m)

Sachrang/Schleching: Geigelstein (1808 m), Kampenwand (1668 m), Breitenstein (1661 m), Spitzstein (1598 m), Hochplatte (1586 m)

Ramsau: Watzmann (2713 m), Hochkalter (2607 m), Blaueisspitze (2481 m), Kammerlinghorn (2508 m), Schärtenspitze (2153 m)

Hütten

Kreuth: Tegernseer Hütte (1650 m), Gufferthütte (1475 m), Lenggrieser Hütte (1338 m)

Sachrang/Schleching: Priener Hütte (1410 m), Spitzsteinhaus (1252 m)

Ramsau: Blaueishütte (1650 m), Watzmannhaus (1930 m), Kärlingerhaus (1638 m)

Skitourengehen und Bergsteigen in Ramsau

Dank hoher Gipfel sind Skitouren hier meist bis in den Frühling hinein möglich. Neben der Tour ins Watzmannkar und auf das 3. Watzmannkind sind die langen und einsameren Touren auf Hocheisspitze und Ofentalhorn oder die bekannte Große Reibn im Herzen des Nationalparks wahrhafte Schmankerl für das Frühjahr. Kondition und viel Erfahrung sollte man mitbringen für die Touren mit mehr als 1500 Höhenmetern.

Die Watzmann-Überschreitung (alpenverein.de/watzmann) ist eine landschaftlich einmalige Grattour mit überwältigenden Tiefblicken. Viele Stellen im Schwierigkeitsgrad II und teils unversicherte Passagen erfordern neben Trittsicherheit und Schwindelfreiheit alpinistische Erfahrung und Kletterkenntnisse.

Die Skitour im Watzmannkar gilt als eine der schönsten in den bayerischen Bergen. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus

Rodeln und Wandern in Sachrang & Schleching

Wer es gemütlicher angehen möchte, ist mit einem Rodelausflug zur Priener Hütte gut beraten. Nach dem rund zweieinhalbstündigen Aufstieg kann man sich in der Hütte aufwärmen und stärken, bevor man zur mit fast acht Kilometern und über siebenhundert Höhenmetern wohl längsten Rodelabfahrt Deutschlands aufbricht.

Neben dem Hausberg Geigelstein bietet sich der sagenumwobene Klobenstein von Schleching aus für eine Wanderung mit der ganzen Familie an. Der ehemalige Schmugglerweg führt über 260 Höhenmeter und eine spektakuläre Hängebrücke über die Entenlochklamm über die bayerisch-tirolerische Grenze. Am Ziel sollte man die Wallfahrtskapelle und das Gasthaus besuchen.

Klettern und Mountainbiken in Kreuth

Kreuth bietet über vierhundert Sport- und Alpinkletterrouten, die oftmals noch Raum lassen zum Experimentieren und Wachsen. An der markanten Südwand des Leonhardsteins warten beispielsweise schöne und einfache Mehrseillängenrouten. Nur wenige Kilometer westlich finden sich an Roß- und Buchstein Routen mit bis zu acht Seillängen. Ein Highlight ist dabei sicherlich die freistehende Roßsteinnadel mit Routen vom sechsten bis zum achten Grad.

An Roß- und Buchstein bei Kreuth findet man großartige Sportkletterrouten. Foto: Tobias Hipp

Für die MTB-Runde um die Blauberge mit ihren 58 Kilometern und fast 1200 Höhenmetern braucht man schon ein wenig Kondition – für die Mühen wird man dank lohnender Einkehrmöglichkeiten wie Bayralm, Gufferthütte oder dem urigen Gasthof Glashütte und phänomenaler Ausblicke gebührend entlohnt.

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