Folgen des Klimawandels für Bergsport, Infrastruktur und Verband
„Berge in Bewegung!“ ist das Thema der DAV-Werkstatt 2025 und benennt damit bildhaft die bedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Berge und auf die Hütten und Wege der Sektionen. In Bewegung ist auch der Bergsport geraten, sei es durch erschwerte Bedingungen und mehr Gefahren oder durch unerwartete Chancen. Ursache sind die durch den Klimawandel verursachten steigenden Durchschnittstemperaturen. Diese haben einen so großen Einfluss auf die Aktivitäten des DAV, dass sich Bergsportler*innen, Ehrenamtliche und Verantwortliche in den Sektionen vermehrt mit Anpassung und Prävention befassen müssen.
Präsident Roland Stierle lädt zur DAV-Werkstatt 2025 ein:
Die DAV-Werkstatt 2025 macht die klimawandelbedingten Auswirkungen auf unsere Gesundheit, Infrastruktur und Vereinsarbeit zum Thema, bietet uns eine Plattform für den Austausch mit Fachleuten und präsentiert aktuelle, praktische Informationen und Handlungsansätze, um Risiken und Unsicherheiten zu minimieren und möglicherweise auch Alternativen zu entdecken.
Die Werkstatt richtet sich an alle Vorsitzenden, Referent*innen und Gremienmitglieder der Sektionen und des Bundesverbandes, insbesondere an Engagierte, die einen Bezug zum Thema Klimawandelanpassung in den Handlungsfeldern des DAV haben.
Menschen in Bewegung
Während sich große Teile der Bevölkerung vor Hitze, Starkregen und anderen Gefahren schützen können, sind klimabedingte Gesundheitsgefahren für Sportler*innen, die sich in ihrer Freizeit oder aus beruflichen Gründen im Freien aufhalten, besonders groß. Der Bergsport wird sich stark verändern. Altbekannte Gefahren wie Steinschlag treten durch auftauenden Permafrost in neuer Dimension und Häufigkeit auf und eine große Veränderung erfahren die Gletschergegenden im Hochgebirge. Wie werden sich die Kernsportdisziplinen Bergsteigen, Hochtourengehen, Skitourengehen und Alpinklettern verändern?
Hütten & Wege in Bewegung
Die vielfältigen, objektiven alpinen Gefahren durch den Klimawandel machen die Komplexität deutlich, mit der es Hütten- und Wegeverantwortliche im Gebirge zu tun haben. Es liegen zwar umfangreiches Wissen und Können vor, um mit Unsicherheiten und Risiken im Hütten- und Wegebetrieb verantwortungsbewusst umzugehen, doch die teils extrem starken Auswirkungen des Klimawandels gehen mancher Infrastruktur an die Substanz. Bestehendes Know-How und die entsprechenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Risikominimierung gilt es auf die zusätzlichen klimwandelbedingten Einflüsse anzuwenden, und ebenso neue Ansätze des Hüttenbetriebs zu entwickeln.
Alpenverein in Bewegung
Der Klimawandel bringt die Berge in Bewegung und ändert die Gegebenheiten: für die Arbeitsgebiete der Sektionen, für viele Kernsportarten und damit für die Bergsportausbildung und Touren. Bei der Ausübung werden Aktive zunehmend mit Sperrungen einzelner Berge oder ganzer Gebiete aufgrund von Bergsturz-, Stein- oder Eisschlaggefahr konfrontiert. Wie stark bleibt die Identifikation mit dem Verein und dem Bergsport, wenn Arbeitsgebiete, Hütten und klassische Bergziele verschwinden? Genügt es, wie wir uns bereits anpassen oder braucht der DAV eine neue Vision und welche praktischen Auswirkungen hätte das?